SAP FI Customizing: Was müssen Anwender wirklich verstehen?
Viele SAP-FI-Anwender hören das Wort Customizing – und denken sofort:
„Das ist Berater- oder IT-Thema.“
„Damit habe ich im Tagesgeschäft nichts zu tun.“
👉 Diese Trennung ist in der Praxis nicht ganz richtig.
Denn auch wenn Anwender kein klassisches Customizing im IMG durchführen, arbeiten sie bei nahezu jeder Buchung mit Ergebnissen aus dem Customizing – und teilweise sogar mit Customizing-Objekten selbst.
Was bedeutet Customizing im SAP FI eigentlich?
Customizing beschreibt alle unternehmensspezifischen Einstellungen, die festlegen:
- wie Buchungen verarbeitet werden
- welche Prüfungen greifen
- welche Konten, Steuern und Belegarten verwendet werden
Diese Einstellungen werden zentral – meist im IMG – gepflegt.
Für Anwender ist dabei ein Punkt entscheidend:
Customizing ist nicht nur ein Ort im System, sondern eine Logik, die überall wirkt.
Customizing im Alltag: Oft dabei, selten bewusst
Viele Customizing-Aktivitäten sind im Alltag direkt in Transaktionen oder Fiori-Apps eingebunden:
- als klassische T-Codes in der SAP GUI
- als Einstellungs- oder Pflege-Apps in SAP Fiori
- als Pflichtfelder, Auswahllisten oder automatische Prüfungen
Für Anwender fühlt sich das wie normales Arbeiten an. Technisch betrachtet bewegen sie sich jedoch regelmäßig im Umfeld von Customizing.
👉 Genau deshalb merken viele Anwender gar nicht bewusst, dass sie im Alltag ständig mit Customizing in Berührung kommen.
Praxis-Tipp für Anwender
Ich mache kein Customizing – aber ich arbeite ständig mit dem,
was dort festgelegt wurde.
Wo Anwender Customizing besonders deutlich spüren
Im Tagesgeschäft zeigt sich Customizing vor allem bei:
- Fehlermeldungen wie
„Konto nicht zur Belegart zugelassen“ - automatischen Buchungen (Steuern, Skonto, Kursdifferenzen)
- Nummernkreisen und Belegnummern
- Pflichtfeldern oder Buchungssperren
All das ist keine Willkür des Systems, sondern Ergebnis klar definierter Einstellungen im Hintergrund.
Diese Customizing-Bereiche sollten Anwender kennen (ohne sie zu pflegen)
Buchungskreise & Kontenpläne
- Warum Konten nicht in jedem Buchungskreis buchbar sind
- Weshalb Auswertungen je Buchungskreis unterschiedlich aussehen
➡️ Wichtig für Abschlüsse, Auswertungen und Systemverständnis.
Belegarten & Nummernkreise
- Warum es verschiedene Belegarten gibt (KR, DR, SA …)
- Weshalb Belegarten Einschränkungen besitzen
- Warum Belegnummern nicht „zufällig“ entstehen
➡️ Einer der häufigsten Gründe für Buchungsabbrüche.
Kontenfindung & automatische Buchungen
- Steuerkonten
- Skonto
- Kursdifferenzen
Anwender müssen nicht wissen, wie diese Logik eingestellt ist – aber dass SAP automatisch bucht und warum.
Steuerlogik
- Steuerkennzeichen
- Länderabhängige Regeln
- Automatische Steuerbuchungen
➡️ Einer der sensibelsten Bereiche im SAP FI.
Praxis-Tipp für Anwender
Wenn SAP automatisch bucht, ist das in der Regel kein Fehler, sondern ein Zeichen dafür, dass die Customizing-Logik korrekt greift.
Typische Praxisprobleme – und was wirklich dahintersteckt
| Beobachtung im Alltag | Ursache im Customizing |
|---|---|
| Buchung nicht möglich | Konto oder Belegart nicht zugelassen |
| Falsche Steuer | Steuerkennzeichen oder Kontenfindung |
| Keine Belegnummer | Nummernkreisproblem |
| „Unerwartete“ Buchung | Automatische Logik greift |
Wer diese Zusammenhänge erkennt, kann Probleme gezielter beschreiben und schneller lösen.
Was Anwender nicht können müssen (und warum das entlastet)
Anwender müssen kein technisches Customizing beherrschen:
- kein Arbeiten im IMG
- keine Tabellenpflege
- keine Transporte
- keine Mandantenlogik
Gleichzeitig gilt:
Viele Tätigkeiten im Alltag berühren Customizing, ohne dass Anwender dafür verantwortlich sind.
Der Unterschied liegt nicht im Inhalt, sondern in:
- Berechtigungen
- Verantwortung
- Auswirkungen auf das Gesamtsystem
Praxis-Tipp für Anwender
Nicht alles, was über T-Codes oder Fiori-Apps erreichbar ist, gehört automatisch zur Anwender-Verantwortung. Im Zweifel gilt: nachfragen statt ausprobieren.
Fazit
SAP FI Customizing ist kein reines Berater-Thema. Anwender müssen es nicht pflegen – aber verstehen, wie es im Alltag wirkt.
Wer die Logik hinter SAP kennt, arbeitet sicherer, schneller und entspannter.
Wie geht es weiter?
Wenn du SAP FI im Alltag nutzt, aber besser verstehen möchtest, warum sich das System so verhält, wie es sich verhält, dann ist genau dieses Grundlagenverständnis entscheidend.
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